2.13: 2.stationäre Therapie (2010)

Nach dem ich vom Studienort ausgezogen bin und wieder zu Hause war habe ich eine Suchtberatungsstelle aufgesucht. Dort habe ich mein Problem geschildert und wie groß mein Problem mit dem Spielen ist. Nach einigen Sitzungen hat dann mein Berater einen Sozialbericht angefertigt und eine stationäre Therapie beantragt. Mein Berater hat mir eine Klinik empfohlen. Jedoch hatte der Leistungsträger keine Verträge mit dieser Klinik, so dass ich zwischen 2 anderen Kliniken auswählen musste und mich für eine davon entscheiden habe.Ich war mal wieder enttäuscht dass ich nicht die Zusage für die empfohlene Klinik bekommen habe. Wie auch immer ich habe gehofft dass mir der Klinikaufenthalt weiterhilft persönlich weiterzukommen.

Nach dem ich einige Formulare ausgefüllt habe, in denen ich meine Ziele und Probleme geschildert habe, und diese abgeschickt habe, habe ich auch einenTermin zum Beginn meines Klinikaufenthalts bekommen. In der Hoffnung dass die zweite Therapie in eine Klinik mir den nötigen Schwung bringt um meine Probleme in den Griff zu bekommen habe ich voller Erwartung auf den Tag gewartet in dem es losgeht und ich zu Klinik anreise.Ich habe mir so meine Gedanken gemacht was mich dort erwarten wird und auf was ich für Menschen dort treffen werde. Die Alkoholiker, Nikotin- und Drogensüchtige? Der Gedanke dass ich für 3 Monate keinen PC/Laptop einschalten werde und auf den On-Knopf drücken werde war schrecklich sowie dass ich keine einzige Webadresse in dieser Zeit an meinem PC eingeben werde ,um im Internet zu surfen, war mir unvorstellbar.

Im Herbst 2010 war es dann so weit für meine zweite stationäre Therapie, diesmal in einer Suchtklinik. Ich habe gehofft dass ich dieses mal die nötige Unterstützung bekomme werde um meine Suchtprobleme in den Griff zu bekommen. Leider hat die Klinik nicht das hergegeben was ich mir erhofft habe. Wieder einmal wechselnde Therapeuten wegen Urlaub und Krankheit. Kaum Einzelgespräche, hatte ich bei meiner ersten stationären Therapie 1 mal in der Woche hatte ich hier vielleicht in der ganzen Therapiezeit von 11 Wochen gerade 2-3 Gespräche um die ich mich kümmern musste um überhaupt einen Termin zu bekommen und begründen musste warum ich einen Termin brauche. Das Modell der Klinik bestand darin dass man die Fortschritte, um seine Sucht in den Griff zu bekommen ,aus der therapeutischen Gemeinschaft bekommt die sich aus den Patienten zusammensetzt. So zusagen therapieren sich dich Patienten selbst in dem sich jeder gegenseitig unterstützt. Außerdem gab es noch suchtspezifischen Gruppensitzungen die jeder besuchen konnte je nach dem was er für ein Suchtproblem hatte, die als Meetings bezeichnet wurden. Dann gab es wochentlich Therapiegruppensitzungen, die mir nicht gefallen haben, da einerseits alle verschiedene Suchtprobleme hatten und die Gesprächszeit zu kurz war um sinnvoll Therapie zu machen, so dass ich nur sagen konnte es geht mir gut und der nächste war dran. Das Selbststherapiekonzept ohne therapeutische Begleitung und der fehlende und oberflächliche Bezug von Therapeuten zu Patienten haben mir nicht gefallen und haben dazu geführt dass meine Motivation zurückgegangen ist und die Therapieziele nicht ansatzweise erfüllt wurden, was im Abschlussbericht durch Kennzahlen beschönigt wurde.

Ich habe mich in der Therapie alleingelassen gefühlt und war enttäuscht von der Therapie. Vielleicht habe ich mir auch zu viel Versprochen oder es war eine günstige Klinik die wenig Leistung erbringt und zu wenig Therapeuten für zu viele Patienten hat. Es kann auch sein dass eine stationäre Therapie nicht die richtige Therapieform für mich ist und ich einen Personal Coach mit einen viel intensiver Bezug zum Coach/Therapeuten brauche als es bei einer stationären Therapie der Fall ist.

Kurz vor Weichnachten 2010 war die Therapiezeit abgelaufen und ich wurde von der Klinik entlassen. Das einzig positive was mir davon bleibt ist dass ich durch die therapeutische Gemeinschaft viele Gespräche mit anderen Mitpatienten hatte und vieles über andere Suchtformen kennengelernt habe. Der Morgenlauf und das Sportangebot haben mir gut getan. Ausserdem waren die Ausflüge in der Region schön und haben mir gefallen. Aber an meinen Problemen bin ich kein Stück weitergekommen und das macht mich traurig und enttäuscht. Nach der Therapie war ich schon sehr besorgt, da ich nicht wusste wie ich mit meinem Leben weitermachen soll. Diese Ungewissheit und Verzweiflung hat mich stark beschäfigt.

Meine Verhaltenstherapie 2

In der Therapie haben wir über mein Verhalten im Seminar gesprochen. Wie ich mich mit den einzelne Teilnehmer verstehe und ob Kontakte entstanden sind.  Es ist so  dass ich mit meinen 2 Tischnachbarn mehr im Gespräch gekommen bin als mit den anderen. Mit den anderen hab ich mich nicht so oft unterhalten. Bei den Gruppenarbeiten werden die Gruppen immer neu gemischt,so dass ich die Möglichkeit haben werde mich länger mit den Teilnehmer auszutauschen. Es ist  so,dass nicht viel Zeit für persönliche Gespräche übrich bleibt.Meine Pause verbringe ich meist unterschiedlich. Entweder bin ich  im Seminarraum , gehe zum Supermarkt  um mir was zu kaufen oder trinke einen Tee in der Kantine. Die Raucher sind  draussen in der Pause und verbringen dort ihre Zeit. Dies macht es nicht leichter Kontakt aufzubauen, da ich nicht dazu komme mich mal ausgiebiger mit jemanden zu unterhalten. Der Rat meines Therapeuten war dass ich meine Gespräche mit meinen Tischnachbar intensiviere, Interesse zeige und offen für neues bin.

Außer meines Seminars haben wir noch mal über meine beruflichen Perspektiven gesprochen. Ein mal mehr hat er betont dass er es für sehr hilfreich hält wenn ich eine praktische Tätigkeit ausübe und dabei Erfahrungen sammle. Das Thema Ausbildung war auch ein angesprochener Punkt. Dabei hat er mir verschiedene Berufe angeboten die ich machen könnte und mich aufgefordert mich über passende Stellen zu informieren und mich  rechtzeitig zu bewerben.

Ich habe auch erzählt wie ich mit meinen Vorhaben ,die ich in einen Wochenplan festgehalten habe, klar komme. 2 mal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio, das klappt gut. Im Seminar komme ich auch ganz  gut klar und schreibe auch das Protokoll. Außerdem hab ich mich jetzt bei 2Kursen angemeldet,sowie den Einkauf von Lebensmittel übernommen. Hinzu kommt dass ich  noch mein Zimmer in Ordnung halte. Mein Therapeut finde es gut dass ich momentan so viel unternehme und versucht mich zu unterstützen damit ich weiterhin mit der gleichen Energie und Entschlossenheit weiter mache. Selbsthilfegruppe ist ihm auch wichtig und ich sollte mich über das Angebot informieren und auch dort regelmäßig hingehen. Ich hoffe dass ich die ganzen Aktivitäten die ich gerade mache  längerfristig in meinem Wochenplan halten kann und nicht abschweife. Diese werden mir positive Effekte bringen wie Gewichtsverlust und besseres Wohlbempfinden. Ausserdem mehr Selbstbewusstsein und weniger Angst und Stress im Kontakt mit anderen Menschen.

2.12: 1 stationäre Therapie (2009) und Studienabbruch

Nach diesem Semester, in dem es mir sehr schlecht ging habe ich ein Urlaubssemester genommen um eine Therapie zu machen.Ich habe einen Pschychiater aufgesucht und meine Lebenssituation geschildert.Mein Ziel war es eine stationäre Therapie zu machen um mit meinen Problemen klar zu kommen. Der Psychiater hat mich dann in einer  psychosomatischen Klinik eingewiesen. Ich war ca. 8 Wochen in Behandlung und das Ergebnis war nüchtern. Die Therapie hat mir nicht weitergeholfen meinem Ziel ein Stück näher zu kommen. Ich hab jedoch die Erkenntnis gewonnen dass nicht jede Klinik für jeden Patienten geeignet ist und das war für mich der Fall war. Mein Wut-Problem hat die Therapie noch mehr erschwert, da ich daduch noch mehr Abneigung verspürt habe, Kontakte mit Menschen aufzunehmen und ich von Anfang an gesagt habe dass diese Sache Primär bearbeitet werden muss,damit die Therapie überhaupt erfolgreich sein kann. Anscheinend habe ich mich nicht deutlich ausgedrückt oder das ist untergegangen.Es war für mich eine generalisierte Therapie statt einer individuellen Therapiemethode. Die Einzelgespräche die 1 x die Woche waren und die wechselnden Therapeuten wegen Urlaub waren einfach zu wenig und ungünstig um mir weiterzuhelfen. Ich habe mir da mehr Termine und Übungen/Hausaufgaben gewünscht,den dieses bischen Therapie und Autotherapie-Modell haben mir nicht gefallen.

Eines ist mir während der Therapie klar geworden, nämlich dass ich ein Spielproblem am PC/im Internet habe. Nach 4 Wochen Therapie bin ich an einem Wochenende nach Hause gefahren. Ich habe das Wochende mal wieder dazu genutzt um an meine Browsergames zu spielen. Da ich es in der Klinik nicht ohne meinen Laptop ausgehalten habe, habe ich ihn einfach mitgenommen und vor Ort ein paar PC spiele gekauft. In meinem Zimmer in der Klinik habe ich dann an dem PC gespielt und auch die Möglichkeit ins Internet zu gehen wahrgenommen. An einem Wochenende hab ich dann den ganzen Tag am PC gespielt von morgens bis abends und die Mitpatienten im Zimmer haben gemeint ich wäre PC- Spielsüchtig.Als es dann Schlafenszeit war und ich immer noch gespielt habe, habe ich mich mit einen Zimmerkollegen gestrieten, da ich ja noch nicht schlafen wollte,sondern spielen. Ich hatte Angst dass er aggresiv wird,aber ich habe weitergespielt. Am nächsten Tag ist er aus dem Zimmer ausgezogen und wir haben seit dem kein Wort miteinander gesprochen. So ging es dann weiter bis zum Ende der Therapie. Die ein paar Üben am Ende der Therapie zum Selbsicherheitstraining waren dann zu verspätet und zu kurz. So wurde ich dann wieder mit der Gefühl aus der Klinik entlassen dass es wieder nichts gebracht hat.

Das nächste Semester war das voll im Zeichen des Spielens. Ich war praktisch in diesen 6 Monaten kaum an der Hochschule. Die Wohnung habe ich nur zum Einkaufen von Lebensmitteln und für Heimfahrten verlassen. In diesem Semester haben sich meine Online-Spielzeiten drastisch erhöht. Von vielleicht einmal 6- 8 h/tag hab ich dann 13-18 h/tag im Internet mit dem Laptop den Tag und die Monate rumgekriegt.

Nach der erfolglosen Therapie habe ich mich noch mehr mit dem Online spielen beschäftigt.Ausserdem habe ich mich regelmäßig onaniert und abends stundenlang Pornos angeschaut. Es war für mich schwer überhaupt zu studieren mit dieser Sucht und den negativen Gedanken dass das alles sinnlos ist und nichts bringt. Ich habe vergessen wer ich bin und was ich tue und habe mich voll auf das Spielen konzentriert. Es gab nichts anderes in meinem Leben ausser das Spielen und Surfen im Netz. Es war ein Akt der Verzweiflung und der Aufgabe wie es jedes anderes mal war als ich mich vom Internet /PC absorbiert habe lassen.

Ein mal mehr war die Angst und Panik dafür verantwortlich dass ein enormer Stresspegel durch mich geschossen ist und ich mir die Frage gestellt habe : „was mache ich denn da in meinem Leben ?“ und „wo soll das hinführen ?“ Ich war wieder in der gleichen Situation wie vor 2 Jahren als ich das Studium abgebrochen habe. So ist es dann dazu gekommen dass ich definitiv wegen des Onlinespielens mein Studium  nicht zu Ende machen konnte, aber auch meine negativen Gedanken mit der Tendenz der Traurigkeit und Depression, die es mir nicht ermöglichen mich auf das Studium zu konzentrieren. Ausserdem hat mir auch die Einsamkeit und Kontaktlosigkeit schwer zu schaffen gemacht.

Ausgelöst durch die Angst und Panik habe ich wieder über eine Therapie nachgedacht. Ich habe bemerkt das meine Online-Spielzeiten sich verlängert haben und meine Sucht schlimmer geworden ist,deshalb habe ich beschlossen eine Suchttherapie zu machen.

2.11 Erneutes Studium (2008)

Im neuen Studienort bin ich in einer Wohnung mit 4 weiteren Studenten eingezogen. Ich habe mit diesen Studenten keinen Kontakt gehabt, sie waren alle anders als ich und ich wollte mit denen nicht viel zu tun haben. Ich habe die Vorlesungen normal besucht, aber keine Kontakte an der Hochschule geknüpft  und ich war wieder isoliert und einsam. Das erste Semester war einigermaßen Ok und ich habe auch die Prüfungen bestanden . Jedoch habe mich in einer Art Beziehungssucht wiedergefunden. Der Auslöser dass es dazu kommen konnte war wieder mal meine Angst und Panik sowie meine negative Gedanken. Meine Eltern haben mir immer wieder gesagt dass Sie für immer wegziehen wollen und ich dann ganze alleine auf mich gestellt bin. Das hat mich so enorm unter Druck gesetzt, dass ich schon meinen Tod kommen gesehen habe und mir 1 Jahr gegeben habe bis zur totalen Katastrophe.

Ich hab mich sozusagen selbst in miese und schwarze Stimmung gebracht. Zur gleichen Zeit ist mir aufgefallen, dass einen Kommilitonnin sich in mich verliebt hat, sie hat sich in meiner Nähe komisch verhalten und ich hab das beobachtet und keinen Zweifel mehr daran gehabt. Nun habe ich mir gedacht, dass ich gerne eine Beziehung habe bevor ich bald in den Tod gehe.

Dann hat meine emotionale Situation dazu geführt dass ich mir eingeredet habe ich muss mit dieser Frau zusammenkommen, da es die erste und letzte Chance dafür sein wird und so habe ich den zwanghaften Wunsch nach dieser Beziehung verspürt. Jetzt hatte ich zusätzlich zur meiner Onaniesucht und Internetsucht eine Beziehungssucht entwickelt. Ich habe versucht über soziale Netzwerke Kontakt mit ihr aufzunehmen, da ich mich nicht getraut habe sie einfach so anzusprechen. Ich habe sie angeschrieben,aber sie hat kein Interesse gezeigt. Dann habe ihr geschrieben dass ich von ihrer Liebe weiss. Ich dachte dass würde sie locker machen und sie könnte darüber sprechen und wir würden in Kontakt kommen. Jedoch hat dass alles das Gegenteil bewirkt. Das ging dann so weiter bis zum Ende des Semesters und ich habe einen unerträglichen starken Schmerz gefühlt der nicht weg gehen wollte, als wäre ich der der Liebeskummer hat aber ich hatte keine Gefühle für Sie, sondern nur die Sehnsucht nach einer Beziehung mit zwanghaftem Charakter. Der Schmerz war so intensiv, dass ich dachte dass ich daran sterbe. Ich wollte dann wohl die Beziehung als Lösung meiner Probleme. Am Ende habe ich eingesehen, dass das keinen Sinn macht und den schriftlichen Kontakt eingestellt habe. Diese Sache hat mich wirklich verrückt gemacht.Ich wollte sie einfach besuchen und auch später habe ich gedacht ich werde meine Tochter, wenn ich mal ein bekomme, nach ihr benennen um mich an sie und an die unerfüllte Beziehung zu erinnern.

So tief bin ich in dieser Sache eingetaucht dass mich das so krank gemacht hat . Ich möchte diese Sache vergessen da es eine sehr schmerzhafte Erfahrung war und ich hoffe das mir so etwas nicht nochmal passiert und ich eine ganz normale Beziehung haben kann.

2.10 Neuorientierung

Nach dem ich mein Studium abgebrochen habe,habe ich mich arbeitssuchend gemeldet und ein mal wieder versucht einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Aber in meinen Alter mit einen abgebrochenen Studium nach 11.Semestern waren meinen Chancen schlecht und ich hatte auch keine Berufserfahrung vorzuweisen. Dann habe ich mir überlegt ob ich doch nicht irgendwie mein Studium abschliessen kann. Ich dachte an ein Studium in einer Fachhochschule dass doch einfacher sein sollte als ein Uni-Studium und mit festem Zeitplan,so daß ich meinen Stundenplan nicht selber zusammenstellen brauche .

So habe ich den Entschluß gefaßt es noch mal mit dem Studium zu versuchen und habe mich bei Fachhochschulen für den Studiengang BWL beworben. Schließlich habe ich eine Hochschule gefunden und eine Zusage für den Studiengang BWL bekommen und konnte im 3.Semester mein Studium fortsetzen. Ich bin mit gemischten Gefühlen dort hingegangen. Einerseits wusste ich dass die Onlinespielsucht ein gewaltiges Hindernis darstellt. Andererseits war mir klar das ich einen Abschluß brauche um einen Job zu finden mit dem ich zufrieden sein kann. Ich hatte auch keine anderen Alternativen zum Studium gesehen  was sich zig tausend mal gezeigt hat als ich mich um einen Ausbildungsplatz bemüht habe.

In Wirklichkeit war aber der Grund für das Scheitern meines Studiums mein negatives Selbstbild, negative Erwartungshaltung, der Pessimismus,die Einsamkeit ohne soziale Kontakte und die Depression die ich versucht habe durch die Onlinespiele zu neutralisieren und positive Gefühle zu generieren wie Freude und Spaß durch Erfolg und Anerkennung von Mitspielern. Es war einfach die falsche Entscheidung ,wie sich gezeigt hat, trotz der Onlinespielsucht, zum 2 mal ein Studium anzufangen ohne einigermaßen gut mit diesen Problemen umgehen zu könnnen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Es war wohl notwendig um zu erkennen wie psychisch instabil  ich war und mit den Problemen nicht umgehen konnte. Außerdem hatte ich seit 2006 keine therapeutische Unterstützung mir geholt. Es ging mir in dieser Phase schlecht. Meine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit war so gross dass ich mich als hilfslosen Fall angesehen habe  bei der mir niemand helfen könnte und ich meinen Untergang selbst prophezeit habe. Aufgrund dieser Einstellung hatte die Panik mal wieder Hochsaison in meiner inneren Welt,was dazu geführt hat dass ich schmerzhafte Erfahrungen gemacht habe.

Meine Verhaltenstherapie

Nach dem ich von meiner Suchtberaterin  keine weitere Hilfe  erhalten habe und sie mir gesagt hat  sie könne mir nicht weiterhelfen und ich der Meinung war dass mir eine Therapie – speziell eine Verhaltenstherapie – mehr bringt,hat die Suche nach einen Therapeuten begonnen. Von meiner Arbeitsvermittlerin habe ich auch die Auflage bekommen mich um einen Therapieplatz zu kümmern. Ich habe mir dann eine Therapeutenliste von meiner Krankenkasse zuschicken lassen. Da habe ich  dann angerufen und habe überraschenderweise schnell  einen Termin zum Erstgespräch bekommen. Das ist meine 4 ambulante Therapie nach der Gesprächstherapie (2000-2002),  1 Verhaltenstherapie (2005-2006) und abgebrochene Verhaltenstherapie (2011). Ich habe Ende Oktober mit der Therapie angefangen, in der Hoffnung dass es diesmal  anders wird und wir ziemlich schnell nach den kennenlernen mit Übungen und Hausaufgaben anfangen,was noch nicht der Fall ist. Ich übe mich in Geduld und möchte nicht die gleichen Fehler wie bei der letzten Therapie machen. Ich muss mir auch die Schuld dafür geben dass ich nicht von Anfang nach dem genauen Ablauf der Verhaltenstherapie gefragt habe, sondern enfach nur zur Therapie gegangen bin. Im Moment erinnert  mich die Therapie an meine erste Gesprächstherapie.

In der erste Stunde haben wir uns kennengelernt und der Therapeut hat einige Informationen über mich gesammelt. Am Ende habe ich auch eine Buchempfehlung bekommen.  Das Buch sollte ich lesen, damit wir es dann später besprechen. In den nächsten Stunden war der Ablauf ähnlich. Habe viele  Sprüche von Weisen Menschen gehört und auch andere Geschichten von anderen Patienten. Inhaltlich ging es um meine Berufssituation, da ich ja erwähnt habe dass ich auch wegen meiner Verpflichtung gegenüber der Agentur für Arbeit die Therapie mache. Der Therapeut hat mir einige seiner Ideen vorgestellt wie z.B. dass ich mir einen weit entfernten Ort suche wo ich den Bundesfreiwilligendienst mache und somit auf mich alleine gestellt bin und Verantwortung übernehme. Ausserdem dass ich durch die Geschäfte in der Innenstadt gehe und mich nach einen Job zu erkundigen. Das ist mir dann irgendwie zu viel für den Anfang gewesen und ich habe gesagt dass ich denke dass das nicht der richtige Ansatz für mich ist.

Bei einer anderen Therapiestunde haben wir meine Baustellen bzw. Probleme erarbeitet die mich beschäftigen und die ich angehen möchte, dabei ist die folgende Liste rausgekommen

  • soziale Kontake, keine “echten” Freundschaft, nur oberflächliche Bekanntschaften
  • Keine Freundin , fehlende Erfahrung einer Liebesbeziehung zu einer Frau
  • Kein Berufsabschluss, Kein job und auch kein eigenes Einkommen
  • finanzielle und emotionale Abhängigkeit von den Eltern – Abgrenzung und Selbstbestimmung
  • soziale Angst und mangelndes Selbstbewusstsein,Selbstvertrauen,negatives Selbstbild
  • Keine Eigene Wohnung, keine Privatsphäre, kein eigenes Zimmer,kein Raum zur Selbstentfaltung
  • Internet- und Onlinespielsucht, vergeudete Zeit des Nichtstuns  für mich Selbst , Flucht vor der realen Welt
  • Adipositas, Fettleibigkeit aufgrund von depressivität, starkem Stress und Essattacken

Wir haben auch über andere Möglichkeiten meiner beruflichen Weiterentwicklung gesprochen wie z.B. der Möglichkeit mit einem Fernstudium, Vollzeitstudium oder auch der Suche nach einer Arbeits- oder Vollzeitstelle. Dabei war die Empfehlung ein praktische Tätigkeit nach zu gehen auch wenn nur in Teilzeit um die Erfahrung zu sammeln und das Gefühl  dass man etwas geschafft hat. Die Sache mit dem Studium  hat mein Therapeut für den Anfang zurückgestellt da ich ja nicht in Kontakt mit Leuten bin bei einem Fernstudium. Es ging als überwiegend um berufliche Themen am Anfang.

In späteren Therapiestunden  haben wir über Aktivitäten gesprochen bei denen ich im Kontakt mit Menschen komme kann wie bei einem Kochkurs oder dem erlernen einer Fremdsprache z.B. bei der Volkshochschule oder einen anderen Bildungsträger. Da ich erwähnt habe dass ich zum Fitnessstudio gehe, war hier der Rat meines Therapeuten, später also abends zum Fitnessstudio zu gehen um dort die Peergroup zu treffen und an der Bar ein Gespräch anzufangen. So weit so gut alles theoretische Tipps ohne praktische Umsetzung und Festhaltung von zu erledigendes Aufgaben. Von daher empfinde ich dass ich nur eine Gesprächstherapie mache.

Was auch angesprochen wurde war der Besuch einer Selbsthilfegruppe bei der ich mich mit gleichgesinnten austauschen kann  und das Sprechen vor eine Gruppe üben kann. Mein Therapeut meint dass mir das helfen könnte, da er das Problem in meiner Atmung sieht. Meine Stimme wird plötzlich viel leiser als am Anfang und das kann ich dort verbessern.

Im neuen Jahr ging es weiter mit der Präsentation meines Qualifizierungs-Seminars dass ich angefangen habe und er hat siche den Flyer angeschaut und fand es gut dass ich das mache. Es geht Drei Monate und 3 h am Tag ist auch ok , ist ja nicht so lange und wird mir auch bestimmt helfen  meine Onlinezeiten zu verkürzen und auch im klaren zu kommen was ich in Bezug auf ein Studium machen möchte. Ich werde unter Leuten sein und das wird mir gut tun.

Bei unserer letzten Gesprächsstunde hatte ich das Bedürfnis relativ viel zu erzählen. Angefangen mit dem Seminar und wie ich die ersten Tage erlebt habe. Dann auch von dem Kurs den ich bei der  VHS gebucht habe  und mein Vorhaben 2 mal wöchentlich ins Fitnessstudio zu gehen. Ausserdem dass ich mir  vorgenommen habe zu Hause  Aufgaben zu übernehmen wie Einkaufen gehen und das Zimmer in Ordnung  zu bringen. Ich habe ihn auch  darüber informiert dass ich jetzt ein blog führe bei dem ich über mein Leben und der Therapie schreibe. Er war überrascht über mein plötzliche Bereitschaft so viel Initiative zu ergreifen. Er hat versucht mich abzubremsen so dass ich mich nicht überfordere und nicht noch mehr in mein Tagesprogramm reinpacke.  Auf meine Frage wann es mit verhaltenstherapeutischen Aufgaben für mich losgeht hat er gesagt dass er das jetzt nicht macht da ich im Seminar genug zu tun habe. Er wird mir in der Zeit mit therapeutischen Tipps begleiten und erst nach dem Seminar mit Hausaufgaben und Übungen beginnen.  Mal sehen was die Zeit so bringt. Ich hoffe dass die Therapie ein Erfolg wir und ich meine gesteckten Therapieziele erreicht werden, die wir noch festlegen müssen.

2.9 Verhaltenstherapie, Internet- /Onlinespielesucht und Studiumabbruch(2005-2008)

Die erste Verhaltenstherapie

Die Therapie hat ,in Verbindung mit den Gesprächen die ich mit den Mitbewohnern hatte geholfen dass die emotionale Symptome weiter abgenommen habe, jedoch denke ich würde für mein fast 20 jährigen Bestand sozialer angst zu wenig gemacht, so daß es nur ein Teilerfolg war.Außerdem bin ich während der Therapie Onlinespielsüchtig geworden und das hat meine Therapie schwieriger gemacht. Ich habe auch mit der Pornosucht und Onanie viel Zeit verbraucht so dass die Therapie am Ende weniger gebracht hat. Jedoch hat sich mein Verhalten nich geändert den man Überzeugung und Glaubenssätzen sind stark verwurzelt in den Tiefen meinen Seins und ich denke dass hier viel Arbeit zu tun ist um etwas zu bewirken.

So jetzt werden ich ein paar Dinge erläutern die ich in der Verhaltenstherapie gemacht habe: Ich habe verschiedene Arbeitspapiere mit meiner Therapeutin durchgemacht wie :

Arbeitspapier 4: Instruktion für selbstsicheres Verhalten (R-Recht durchsetzen)

Wenn sie vor einer Situation stehen, in der Sie selbstsicheres Verhalten zeigen wollen,geben Sie sich selber positive Instruktionen ( z.B. „Ich werde es schaffen“, „das ist mein gutes Recht“…)

Wenn Sie in Situation sind:

      1. Reden Sie laut und deutlich

      2. Schauen Sie Ihrem Partner in die Augen (Blickkontakt)

      3. Nehmen Sie eine entspannte Körperhaltung ein ;

      4. Äußern Sie Ihre Forderungen,Wünsche und Gefühle in der „Ichform

      5. Sagen Sie zuerst, was Sie wollen, dann warum:

      6. Entschuldigen Sie sich nicht,wenn Sie berechtigte Forderungen stellen

        Ziel ist nicht, den anderen fertig zu machen, sondern nur Ihr Recht in Anspruch zu nehmen!

        Deshalb:

      7. Werden Sie nicht aggresiv, sondern bleiben Sie ruhig und bestimmt im

        Auftreten. Das bringt Sie weiter.

      8. Werten Sie Ihren Partner nicht durch polemische und globale Wertungen ab („Du bist immer…“, „Du hast mal wieder…“)

      9. Äußern Sie ruhig auch einmal Verständnis für die Position des anderen

        Nach der Situation:

Verstärken Sie sich für Ihre Fortschritte. Anerkennen Sie Ihre eigene Bemühungen und beachten Sie jeden kleinen Fortschritt, den Sie erzielen. Jeder Lernprozeß benötigt Zeit und Übung!

Man kann nur schnell und gründlich lernen,wenn man seine Aufmerksamkeit auf positive Fortschritte richtet,das heißt,stolz und zufrieden zu sein,wenn man ein kleines Stück weitergekommen ist.

Vergleichen Sie sich nicht mit dem Ideal,das Ihnen vielleicht vor Augen steht,sondern beachten Sie den relativen Fortschritt!

Vermeiden Sie Selbstkritik,Selbsthaß und Ungeduld mit sich selbst ! Mit Schuldgefühlen und Selbstbestrafung wurde noch nie viel erreicht,aber sehr oft mancher positive Ansatz zur Selbstentfaltung unterdrückt, da er unmenschlichen Leistungsforderungen nicht genügte.

Dann gab es zusätzliche zu den Arbeitsblätter auch Liste mit verschiedenen Aufgaben zum Thema Recht durchsetzen, die ich nach Schwierigkeit bewerten dürfte. In der Therapie habe ich dann solche Situationen mehrmals geübt und dürfte dann auch von der Liste 1-2 Aufgaben auswählen, die ich als Hauaufgabe machen musste. Ich habe mit den leichtere angefangen und dann die schwierigeren gemacht.

Arbeitspapier 11: Instruktion für selbstsicheres Verhalten (S- um Symphathie werben)

In vielen sehr unterschiedlich erscheinenden Situationen können eigene Ziele nur dadurch errreicht werden,daß man dem anderen sympathisch erscheint. In solchen Situationen hat der andere das Recht, sich nicht entsprechend meinen Bedürfnissen zu verhalten. Ich kann also mein Ziel nur erreichen,wenn der andere freiwillig auf dieses Recht verzichtet,was er aber nur dann tun wird,wenn er mir ein hinreichendes Maß an Sympathie entgegenbringt.

Zu diesen Situationen gehören vor allem Kontaktaufnahme sowie alle Situationen, in denen ich den anderen zu etwas bewegen möchte,auf das ich eigentlich kein Anrecht habe. Ich habe hier lediglich das Recht einen Versuch zu unternehmen !

Vor der Situation :

Geben Sie sich selbst positive Instruktionen: „Ich habe das Recht darauf,jemand anderen anzusprechen“, oder : „Es ist mein gutes Recht ,einen Versuch zu machen…“

In der Situation :

Die wichtigste Technik, um einen Sympathiegewinn zu erzielen,ist die allgemeine Verstärkung des anderen ( interessiert zuhören,nachfragen, „Komplimente“ machen , freundlich anlächeln,evtl. auch eigene Fehler und Schwächen zugeben).

Hat man ein spezielles Ziel,kann man dann zur gezielten Verstärkung übergehen d.h. Jede Äußerung des anderen verstärken,der einen Schritt in Richtung der eigenen Position bedeutet.

Darüber hinaus gibt es für Kontaktaufnahmesituationen noch einige Taktiken, die sich auch als hilfreich erweisen:

  • Nehmen Sie Blickkontakt auf. Lächeln Sie !

  • Konzentrieren Sie sich ganz auf die konkrete Situation. Achten Sie auf die Dinge und Personen, die Sie hören und sehen. Die konkrete Situation liefert oft Themen für einen Gesprächsbeginn.

  • Suchen Sie gezielt nach persönlichen Äußerungen Ihres Partners. Verstärken Sie diese Äußerungen und fragen Sie nach ! Auf diese Weise können sie den Kontakt zunehmend persönlicher gestalten. Der Anfang wird fast immer eher oberflächlich sein ==> gegenseitige Öffnung, auch private Dinge erzählen

  • Erzählen Sie auch etwas von sich. Nur wenn Sie dem anderen Informationen über sich selbst liefern,geben Sie ihm auch Gelegenheit, Sie selbst und die Situation angemessen einschätzen zu können.

  • Sollte der andere keinerlei Interesse an einem Gespräch zeigen, dann denken Sie daran,daß das sein gutes Recht ist und absolut nichts mit dem Wert oder Attraktivität ihrer Person zu tun haben muß!

Nach der Situation :

Verstärken Sie sich für jeden Versuch und für jeden Fortschritt,auch wenn er noch so klein ist ! Denken Sie daran : Um Sympathie werben ist keine Garantie,sie auch zu gewinnen !

Arbeitspapier 12: Hausaufgaben – um Sympathie werben

Im folgenden finden Sie eine Reihe von Situationen.Wir möchten Sie zunächst bitten ,sie bezüglich ihrer Schwierigkeit einzuschätzen. Dann wählen Sie bitte eine Situation aus, die sie in der folgenden Woche angehen wollen. Beachten Sie dabei, daß Sie sich auf keinen Fall eine zu schwierige,sondern daß Sie unbedingt eine dieser Situationen in der Realität durchführen.

Vielen bereitet dieser Schritt zunächst Schwierigkeiten. Ihnen erscheint ein solches Vorgehen „künstlich“ oder „unnatürlich“, weil sie es normalerweise vorziehen Situationen eher auf sich zukommen zu lassen. Aber gerade das bewußte aktive Herangehen ist außerordentlich wichtig.

Situationen : Schwierigkeit der Aufgaben bewerten (0-100) und mit den leichtesten anfangen

1.Rufen Sie bei einem Geschäft Ihrer Wahl (oder einem Kino) an und erkundigen Sie sich nach dem Preis oder den besonderen Eigenschaften eines bestimmten Produkts (oder nach Filmen und Anfangszeiten).

2.Rufen Sie jemanden an ,den Sie lange nicht mehr gesehen haben und sprechen Sie mit ihm mindestens 10 Minuten darüber,wie es ihm und Ihnen in der letzten Zeit ergangen ist.

3.Sagen Sie zu drei neuen Leuten „Guten Tag“, die Sie bisher noch nicht gegrüßt haben. Lächeln Sie dabei freundlich an.

4.Überlegen Sie sich etwas, für das Sie jemand anderen um Rat fragen können (Arbeit,Auto,Haushalt …). Fragen Sie jemanden in Ihrem Betrieb oder in der Nachbarschaft um Rat,den Sie nicht gut kennen.

5.Stellen Sie sich in die Schlange in einem Supermarkt, an der Bushaltestelle o.ä. Machen Sie eine Bemerkung die ein Gespräch einleiten könnte.

6.Gehen Sie in ein Café,lächeln Sie eine Person an Ihrem Tisch oder am Nebentisch an. Machen Sie eine Bemerkung,die ein Gespräch einleiten könnte.

7.Machen Sie beim Bezahlen in einem Geschäft, auf dem Markt, in einem Restaurant o.ä. Eine Bemerkung, aus der sich ein kürzeres Gespräch ergeben könnte. Erkundigen Sie sich etwa nach einem Rezept für eine bestimmte Speise o.ä.

Ich werde in der kommende Woche Situationen …durchführen

Wenn Sie die Situation durchgeführt haben,beantworten Sie bitte folgende Fragen :

      1. Wo und wann haben Sie die Situationen durchgeführt ?

      2. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrem eigenen Verhalten?

      3. Wie haben Sie sich vor den Situation gefühlt ? Gefühle und Gedanken

      4. Wie haben sie sich nach der Situation gefühlt ? Gefühle und Gedanken

      5. Wie haben die anderen Personen reagiert ?

So sah die Verhaltenstherapie bei mir aus , Situationen üben und sich selbst den angstauslösenden Situationen stellen. Ich denke dass ich das nicht konsequent genug gemacht habe und vorallem regelmäßig so dass die Therapie nicht optimale Ergebnisse geliefert hat und später die Verhaltensherapie zur Gesprächstherapie geworden ist. Dennoch hat mir die Therapie geholfen und mit einem strafferen Therapieplan werde ich bessere Ergebnisse erzielen und deswegen möchte ich eine weitere Verhaltensherapie wagen.

Die Drogensüchtige Mitbewohner

Während ich die Verhaltenstherapie gemacht habe sind im Studentenwohnheim immer neue Mitbewohner eingezogen einige von denen waren Drogensüchtige, Kiffer und Hasischsüchtige . Als ich dann eines Tages im Zimmer eines dieser Suchties eingetreten bin, habe ich meinen Mitbewohner mit einer Schachtel von Marihuana-Joints erwischt, da war mir klar dass ich es mit Drogensüchtigen zu tun habe, die bis dahin ihr Marihuana auf dem Balkon geraucht haben. Da ich es jetzt wusste haben sie auch in der Küche gekifft und die ganze Wohnung stank nach diesem Zeug. Außerdem hat der eine mal einen Freund mitgebracht und Sie haben sich in der Küche Hasisch reingezogen und es war auch mal ein Dealer in der Wohnung. Ich konnte da mit diesen Mitbewohnern nicht sprechen da ich in der Unterzahl war und mich nicht getraut hatte. Da ich aber Angst hatte dass das Ausarten würde z.B. zu einer Drogen-Party bin ich zur Polizei gegangen und habe den einen Mitbewohner angezeigt von dem ich den Namen wusste. Ich dachte die werden jetzt schnell von der Wohnung entfernt,aber dem war nicht so und ich musste weiter damit leben. Dann war noch die Sache mit dem Vodka-Marihuana Drink den mir der eine gegeben hat und den ich unwissend getrunken habe. Ich wusste garnicht dass man das auch ins Getränk dazugeben kann. An diesem Abend hat mein Kopf so richtig gebrannt und ich konnte mich nicht beruhigen und schlafen. Ich hatte Angst ich würde jetzt süchtig werden oder die Polizei könnte dass bei mir nachweisen und ich würde mein Führerschein verlieren. Ich wollte auch nicht nochmal zur Polizei wegen der Drink-Geschichte gehen weil ich Angst hatte dass die Stimmung in der Wohnung schlimmer werden konnte. Ich habe mir auch auf einmal Gedanken gemacht was mein Mitbewohner machen würde wenn er von der Anzeige erfahren würde. Ich hatte auf einmal panische Angst dass er mich ermorden liese. Ich konnte nachts überhaupt nicht schlafen ich war die ganze Zeit aufgeregt und unruhig. Ich dachte es würde mich jemand aus dem Balkon erschiessen und  ich habe die ganze Zeit rausgeschaut und mich in die Ecke des Betts verkriecht damit ich nicht im Radius der Kugeln bin. Nach dieser Nacht voller Panik und Angst konnte ich nicht mehr in dieser Wohnung bleiben. Ich habe meine Eltern angerufen und  meine Sachen mit nach Hause genommen und bin aus dieser Wohnung ausgezogen um später in einem anderen Stundenwohnheim einzuziehen.

Internet- und Onlinespielesucht

In der neuen Studentenwohnung ging es mir besser. Die Panik war verschwunden und ich hatte nette Mitbewohner. In dieser Wohnung hatten die Studenten auch einen Internetanschluss so dass ich jetzt Zugang zum Internet hatte was eigentlich nicht schlecht ist um sich Studienmaterialen downzuloaden und emails zu schreiben. Hatte ich bis jetzt nur offline PC- Games gespielt, habe ich im Internet eine neue Spielgmöglichkeit der Onlinegames entdeckt.

Wir schreiben das Jahr 2006 als ich im Internet die Welt der Browsergames entdeckt habe. Ich habe Strategiespiele gespielt wie Mafia oder Kriegsspiele und Rollenspiele wie Ritterspiele und Funspiele mit Charakterentwicklung.

Die Onlinespiele hatten einen viel größere Suchtwirkung auf mich als die PC-Games, da die Welten nicht schlafen und es immer weitergeht. Außerdem sehr zeitintensiv und die Motivation oben mitzuspielen bedarf sehr hohe Onlinezeiten. Der Effekt war dass ich versucht habe meine Onlinezeiten zu erhöhen und die Ruhezeiten zu verringern. Ich konnte auch schlecht schlafen da ich immer dachte dass jemand mich angreifen würde und ich alles verlieren würde . Meine Gedanken haben sich Tag und Nacht um das Spiel gedreht. Welche Aktion ich durchführen würde, welche Ziele und Aufgaben ich an den und jenen Tag erfüllen bzw. erreichen wollte. Welche Personen ich im Spiel ansprechen würde und welche Orte ich besuchen würde. Im Realen habe ich dann mal gedacht ich gehe zum Stadtplatz für 20 Gold einkaufen, statt ich gehe zum Supermarkt für 20 € Lebensmittel besorgen. Die Spielwelt und die echte Welt haben sich da irgendwie Überschnitten. So habe ich den ganzen Tag von morgens bis abends gespielt bis ich kaputt und fertig war. Ich habe weiterhin die Uni geschwänzt, und mir immer wieder eingeredet dass ich ja noch Zeit für die Prüfungen habe, ich habe ja so viele Semster Spielraum um das Studium abzuschliessen.

Hinzu kam dass ich dann abends und in der Nacht im Internet mit meinen Notebook in meinem Bett meiner Porno-/ Onaniesucht nachgegangen bin in dem ich stunden lang Pornos angeschaut habe und mich dazu oft onaniert habe. Da mein Verlangen nach Sex dadurch nicht erfüllt wurde und ich beim onanieren immer dachte ich muss mit einer Frau Sex haben , habe ich angefangen im Internet nach Sexkontakten zu suchen. Ich bin so auf viele Seiten gestossen bei denen Menschen nach Sexaffären uns ONS suchen oder nach Parkplatzsex. Ich habe mir da bei mehreren kostenlose Basismitgliedschaften gemacht um zu sehen ob ich kostenlose die Frauen anschreiben kann und um zu sehen was das für Frauen sind und was sie suchen. Diese wirklich aufdringliche Verlangen nach Sex hat mich dann dazu gebracht mich bei solch einen kostenpflichtigen Angebot anzumelden. Ich war auch neugierig zu sehen was an diesen Seiten so dran ist. Jedoch hat sich das als eine Niete erwiesen und habe die Mitgliedschaft gekündigt. Das zwanghafte Verlangen nach Sex hat mich immer dazu gebraucht dass ich neben den Pornos und dem Onanieren immer wieder solche Sexkontaktseiten besucht habe.Diese Onlinespiel- und Sexsucht im Studentenwohnheim ging dann so weiter für 2 Jahre bis 2008.

Panik und Studienabbruch

Im Jahre 2008 ist dann mein Onkel gestorben und das hat mal wieder die Panik in mir erwecken lassen. Da mein Vater in dem gleichen Alter war wie mein Onkel,habe ich mir Gedanken gemacht, was ich bloß machen würde wenn ich plötzlich meine Eltern verliere und auf mich alleine gestellt bin ohne Freunde und ohne einen Berufsabschluss. Ich bin zur Einsicht gekommen dass es nicht so weiter gehen kann, da ich so das Studium nicht schaffe und nur meine Zeit vergeude. Außerdem haben meine Eltern mich ständig gefragt wann ich endlich mit dem Studium fertig werde und ich habe immer gesagt „noch ein Semester und dann habe ich es geschafft“. Ich habe mich dann dazu entschieden meinen Eltern endlich die Wahrheit zu sagen und mein Studium abzubrechen, da ich aufgrund der Sucht nicht in der Lage war weiterzumachen. Ich hab mich schwer getan ihnen zu erzählen dass ich Sie über Jahre angelogen habe, dass ich gelernt habe und die Prüfungen bestanden habe. Überraschenderweise haben sie darauf locker reagiert und ich hab ihnen erzählt dass ich Spielsüchtig bin und deswegen das Studium nicht gepackt habe. Von der Sexsucht habe ich nichts gesagt, das war ja immer ein Tabu-Thema. So ist es dann dazu gekommen dass ich im März 2008 wieder zu Hause war und mir Gedanken gemacht habe wie es mit mir weitergehen soll.