Meine Verhaltenstherapie

Nach dem ich von meiner Suchtberaterin  keine weitere Hilfe  erhalten habe und sie mir gesagt hat  sie könne mir nicht weiterhelfen und ich der Meinung war dass mir eine Therapie – speziell eine Verhaltenstherapie – mehr bringt,hat die Suche nach einen Therapeuten begonnen. Von meiner Arbeitsvermittlerin habe ich auch die Auflage bekommen mich um einen Therapieplatz zu kümmern. Ich habe mir dann eine Therapeutenliste von meiner Krankenkasse zuschicken lassen. Da habe ich  dann angerufen und habe überraschenderweise schnell  einen Termin zum Erstgespräch bekommen. Das ist meine 4 ambulante Therapie nach der Gesprächstherapie (2000-2002),  1 Verhaltenstherapie (2005-2006) und abgebrochene Verhaltenstherapie (2011). Ich habe Ende Oktober mit der Therapie angefangen, in der Hoffnung dass es diesmal  anders wird und wir ziemlich schnell nach den kennenlernen mit Übungen und Hausaufgaben anfangen,was noch nicht der Fall ist. Ich übe mich in Geduld und möchte nicht die gleichen Fehler wie bei der letzten Therapie machen. Ich muss mir auch die Schuld dafür geben dass ich nicht von Anfang nach dem genauen Ablauf der Verhaltenstherapie gefragt habe, sondern enfach nur zur Therapie gegangen bin. Im Moment erinnert  mich die Therapie an meine erste Gesprächstherapie.

In der erste Stunde haben wir uns kennengelernt und der Therapeut hat einige Informationen über mich gesammelt. Am Ende habe ich auch eine Buchempfehlung bekommen.  Das Buch sollte ich lesen, damit wir es dann später besprechen. In den nächsten Stunden war der Ablauf ähnlich. Habe viele  Sprüche von Weisen Menschen gehört und auch andere Geschichten von anderen Patienten. Inhaltlich ging es um meine Berufssituation, da ich ja erwähnt habe dass ich auch wegen meiner Verpflichtung gegenüber der Agentur für Arbeit die Therapie mache. Der Therapeut hat mir einige seiner Ideen vorgestellt wie z.B. dass ich mir einen weit entfernten Ort suche wo ich den Bundesfreiwilligendienst mache und somit auf mich alleine gestellt bin und Verantwortung übernehme. Ausserdem dass ich durch die Geschäfte in der Innenstadt gehe und mich nach einen Job zu erkundigen. Das ist mir dann irgendwie zu viel für den Anfang gewesen und ich habe gesagt dass ich denke dass das nicht der richtige Ansatz für mich ist.

Bei einer anderen Therapiestunde haben wir meine Baustellen bzw. Probleme erarbeitet die mich beschäftigen und die ich angehen möchte, dabei ist die folgende Liste rausgekommen

  • soziale Kontake, keine “echten” Freundschaft, nur oberflächliche Bekanntschaften
  • Keine Freundin , fehlende Erfahrung einer Liebesbeziehung zu einer Frau
  • Kein Berufsabschluss, Kein job und auch kein eigenes Einkommen
  • finanzielle und emotionale Abhängigkeit von den Eltern – Abgrenzung und Selbstbestimmung
  • soziale Angst und mangelndes Selbstbewusstsein,Selbstvertrauen,negatives Selbstbild
  • Keine Eigene Wohnung, keine Privatsphäre, kein eigenes Zimmer,kein Raum zur Selbstentfaltung
  • Internet- und Onlinespielsucht, vergeudete Zeit des Nichtstuns  für mich Selbst , Flucht vor der realen Welt
  • Adipositas, Fettleibigkeit aufgrund von depressivität, starkem Stress und Essattacken

Wir haben auch über andere Möglichkeiten meiner beruflichen Weiterentwicklung gesprochen wie z.B. der Möglichkeit mit einem Fernstudium, Vollzeitstudium oder auch der Suche nach einer Arbeits- oder Vollzeitstelle. Dabei war die Empfehlung ein praktische Tätigkeit nach zu gehen auch wenn nur in Teilzeit um die Erfahrung zu sammeln und das Gefühl  dass man etwas geschafft hat. Die Sache mit dem Studium  hat mein Therapeut für den Anfang zurückgestellt da ich ja nicht in Kontakt mit Leuten bin bei einem Fernstudium. Es ging als überwiegend um berufliche Themen am Anfang.

In späteren Therapiestunden  haben wir über Aktivitäten gesprochen bei denen ich im Kontakt mit Menschen komme kann wie bei einem Kochkurs oder dem erlernen einer Fremdsprache z.B. bei der Volkshochschule oder einen anderen Bildungsträger. Da ich erwähnt habe dass ich zum Fitnessstudio gehe, war hier der Rat meines Therapeuten, später also abends zum Fitnessstudio zu gehen um dort die Peergroup zu treffen und an der Bar ein Gespräch anzufangen. So weit so gut alles theoretische Tipps ohne praktische Umsetzung und Festhaltung von zu erledigendes Aufgaben. Von daher empfinde ich dass ich nur eine Gesprächstherapie mache.

Was auch angesprochen wurde war der Besuch einer Selbsthilfegruppe bei der ich mich mit gleichgesinnten austauschen kann  und das Sprechen vor eine Gruppe üben kann. Mein Therapeut meint dass mir das helfen könnte, da er das Problem in meiner Atmung sieht. Meine Stimme wird plötzlich viel leiser als am Anfang und das kann ich dort verbessern.

Im neuen Jahr ging es weiter mit der Präsentation meines Qualifizierungs-Seminars dass ich angefangen habe und er hat siche den Flyer angeschaut und fand es gut dass ich das mache. Es geht Drei Monate und 3 h am Tag ist auch ok , ist ja nicht so lange und wird mir auch bestimmt helfen  meine Onlinezeiten zu verkürzen und auch im klaren zu kommen was ich in Bezug auf ein Studium machen möchte. Ich werde unter Leuten sein und das wird mir gut tun.

Bei unserer letzten Gesprächsstunde hatte ich das Bedürfnis relativ viel zu erzählen. Angefangen mit dem Seminar und wie ich die ersten Tage erlebt habe. Dann auch von dem Kurs den ich bei der  VHS gebucht habe  und mein Vorhaben 2 mal wöchentlich ins Fitnessstudio zu gehen. Ausserdem dass ich mir  vorgenommen habe zu Hause  Aufgaben zu übernehmen wie Einkaufen gehen und das Zimmer in Ordnung  zu bringen. Ich habe ihn auch  darüber informiert dass ich jetzt ein blog führe bei dem ich über mein Leben und der Therapie schreibe. Er war überrascht über mein plötzliche Bereitschaft so viel Initiative zu ergreifen. Er hat versucht mich abzubremsen so dass ich mich nicht überfordere und nicht noch mehr in mein Tagesprogramm reinpacke.  Auf meine Frage wann es mit verhaltenstherapeutischen Aufgaben für mich losgeht hat er gesagt dass er das jetzt nicht macht da ich im Seminar genug zu tun habe. Er wird mir in der Zeit mit therapeutischen Tipps begleiten und erst nach dem Seminar mit Hausaufgaben und Übungen beginnen.  Mal sehen was die Zeit so bringt. Ich hoffe dass die Therapie ein Erfolg wir und ich meine gesteckten Therapieziele erreicht werden, die wir noch festlegen müssen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s