2.13: 2.stationäre Therapie (2010)

Nach dem ich vom Studienort ausgezogen bin und wieder zu Hause war habe ich eine Suchtberatungsstelle aufgesucht. Dort habe ich mein Problem geschildert und wie groß mein Problem mit dem Spielen ist. Nach einigen Sitzungen hat dann mein Berater einen Sozialbericht angefertigt und eine stationäre Therapie beantragt. Mein Berater hat mir eine Klinik empfohlen. Jedoch hatte der Leistungsträger keine Verträge mit dieser Klinik, so dass ich zwischen 2 anderen Kliniken auswählen musste und mich für eine davon entscheiden habe.Ich war mal wieder enttäuscht dass ich nicht die Zusage für die empfohlene Klinik bekommen habe. Wie auch immer ich habe gehofft dass mir der Klinikaufenthalt weiterhilft persönlich weiterzukommen.

Nach dem ich einige Formulare ausgefüllt habe, in denen ich meine Ziele und Probleme geschildert habe, und diese abgeschickt habe, habe ich auch einenTermin zum Beginn meines Klinikaufenthalts bekommen. In der Hoffnung dass die zweite Therapie in eine Klinik mir den nötigen Schwung bringt um meine Probleme in den Griff zu bekommen habe ich voller Erwartung auf den Tag gewartet in dem es losgeht und ich zu Klinik anreise.Ich habe mir so meine Gedanken gemacht was mich dort erwarten wird und auf was ich für Menschen dort treffen werde. Die Alkoholiker, Nikotin- und Drogensüchtige? Der Gedanke dass ich für 3 Monate keinen PC/Laptop einschalten werde und auf den On-Knopf drücken werde war schrecklich sowie dass ich keine einzige Webadresse in dieser Zeit an meinem PC eingeben werde ,um im Internet zu surfen, war mir unvorstellbar.

Im Herbst 2010 war es dann so weit für meine zweite stationäre Therapie, diesmal in einer Suchtklinik. Ich habe gehofft dass ich dieses mal die nötige Unterstützung bekomme werde um meine Suchtprobleme in den Griff zu bekommen. Leider hat die Klinik nicht das hergegeben was ich mir erhofft habe. Wieder einmal wechselnde Therapeuten wegen Urlaub und Krankheit. Kaum Einzelgespräche, hatte ich bei meiner ersten stationären Therapie 1 mal in der Woche hatte ich hier vielleicht in der ganzen Therapiezeit von 11 Wochen gerade 2-3 Gespräche um die ich mich kümmern musste um überhaupt einen Termin zu bekommen und begründen musste warum ich einen Termin brauche. Das Modell der Klinik bestand darin dass man die Fortschritte, um seine Sucht in den Griff zu bekommen ,aus der therapeutischen Gemeinschaft bekommt die sich aus den Patienten zusammensetzt. So zusagen therapieren sich dich Patienten selbst in dem sich jeder gegenseitig unterstützt. Außerdem gab es noch suchtspezifischen Gruppensitzungen die jeder besuchen konnte je nach dem was er für ein Suchtproblem hatte, die als Meetings bezeichnet wurden. Dann gab es wochentlich Therapiegruppensitzungen, die mir nicht gefallen haben, da einerseits alle verschiedene Suchtprobleme hatten und die Gesprächszeit zu kurz war um sinnvoll Therapie zu machen, so dass ich nur sagen konnte es geht mir gut und der nächste war dran. Das Selbststherapiekonzept ohne therapeutische Begleitung und der fehlende und oberflächliche Bezug von Therapeuten zu Patienten haben mir nicht gefallen und haben dazu geführt dass meine Motivation zurückgegangen ist und die Therapieziele nicht ansatzweise erfüllt wurden, was im Abschlussbericht durch Kennzahlen beschönigt wurde.

Ich habe mich in der Therapie alleingelassen gefühlt und war enttäuscht von der Therapie. Vielleicht habe ich mir auch zu viel Versprochen oder es war eine günstige Klinik die wenig Leistung erbringt und zu wenig Therapeuten für zu viele Patienten hat. Es kann auch sein dass eine stationäre Therapie nicht die richtige Therapieform für mich ist und ich einen Personal Coach mit einen viel intensiver Bezug zum Coach/Therapeuten brauche als es bei einer stationären Therapie der Fall ist.

Kurz vor Weichnachten 2010 war die Therapiezeit abgelaufen und ich wurde von der Klinik entlassen. Das einzig positive was mir davon bleibt ist dass ich durch die therapeutische Gemeinschaft viele Gespräche mit anderen Mitpatienten hatte und vieles über andere Suchtformen kennengelernt habe. Der Morgenlauf und das Sportangebot haben mir gut getan. Ausserdem waren die Ausflüge in der Region schön und haben mir gefallen. Aber an meinen Problemen bin ich kein Stück weitergekommen und das macht mich traurig und enttäuscht. Nach der Therapie war ich schon sehr besorgt, da ich nicht wusste wie ich mit meinem Leben weitermachen soll. Diese Ungewissheit und Verzweiflung hat mich stark beschäfigt.

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