Meine Vorstellung von einer Verhaltenstherapie

Zu Beginn der  Sprechstunde haben ich mich zu meinen Wünsche und Vorstellungen einer Verhaltenstherapie geäußert. Dabei bin ich auf folgende Punkte eingegangen.

·         Bis jetzt machen wir nur Gesprächstherapie: Sie  machen mir Vorschläge und geben mir Anregungen was ich beruflich machen könnte um einen Job zu finden. Außerdem wie ich soziale Kontakte knüpfen könnte. Das alles auf theoretischer Ebene. Ich bin aber zu Ihnen wegen einer Verhaltenstherapie gekommen und mir fehlt der praktische Nutzen der Therapie.

·         Die Verhaltenstherapie ist eine Kurzzeittherapie die ca.  30 Std lang geht. Nach dem Seminar haben wir dann nur noch ca. 10 Std. übrig, was wenig Zeit für praktische Übungen/Hausaufgaben für Verhaltenstherapie ist. Außerdem sind dann 6 Monate vergangen ohne dass wir eine sinnvolle Therapie gemacht haben. Ich sehe nicht den Sinn der Therapie in eine langjährige Behandlung zu sein für 3-4 Jahre o.ä.

Meine Vorstellung von der Verhaltenstherapie:

  • ·         Ausarbeitung eines Therapieplans: Welche Ziele sollen in der Therapie erreicht werden?

Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein, Abgrenzung und Selbstbestimmung, Eigenverantwortung für mein Leben übernehmen, die eigene Meinung äußern, mich durchsetzen können, zu meiner Meinung stehen können, Positiv Denken und Optimismus entwickeln, Selbstvertrauen und positives Selbstbild entwickeln.

  • ·         Definition von Lebenszielen:

Konkretisierung der Lebensziele und  Zerlegung in ihre Einzelbestandteile  sowie alle notwendige Aktionen um diese zu erreichen.

  • ·         Diagnose und Anamnese:

 Fragebögen zu schwierigen Alltagssituationen und problematischen Themen sowie persönliche Anamnese um psychologische Störungen zu diagnostizieren wie soziale Angst, unsichere Persönlichkeit, Depression und Süchte wie Essen, Computer, Internet, Spielen

  • ·         Rollenspiele und Übungen/Hausaufgaben:

Nachstellen von schwierigen Situationen und Hinweise/Rat wie ich mit solchen Situationen umgehen kann. Methoden zur Stressbewältigung wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation und anderen Atemtechniken.Hausaufgaben: Sich den angstauslösenden Situationen stellen und die Ergebnisse festhalten. Gefühle,Gedanken und Verhalten beobachten und aufschreiben. Wie ging es mir vor, in und nach der Situation ? Konfrontation: Das Vermeiden vermeiden.

Nach meinen ausführlichen Vortrag meiner Wünsche und Vorstellungen von einer Therapie kam die ernüchternde Antwort, dass wenn die Stunden vorbei sind ich dann halt bei einem anderen Therapeuten weitermachen kann. Keine Äußerung wie das Therapiekonzept aussieht und warum diese Gesprächstherapie eine Verhaltenstherapie sein soll und wie mir die Therapie helfen soll.

Es ging dann mit dem Gespräch weiter und dem kurzen Hinweis dass mein Therapeut mit Kognitionen arbeiten. Er sieht meine Schwierigkeit darin Entscheidungen zu treffen. Außerdem soll ich die Zielvereinbarungen vergessen aus dem Seminar, mich äußern wenn ich was zu sagen habe und mich nicht unter Druck setzen lassen. Eine Aufgabe die er mir gegeben hat ist mir Stichpunkte zu schreiben was ich von den Teilnehmern weiss  wie Beruf,Hobby um diese als Gesprächsthema zu nutzen. In der Zuhörerrolle komme ich leichter ins Gespräch da ich nichts sagen muss. Wenn ich den Badminton-Kurs mache soll ich laut in der Sporthalle fragen wer Lust hat mit mir ein Bier zu trinken. Zusätzlich soll ich noch einen Teilnehmer fragen was ihn hierher verschlagen hat. Da ich hingewiesen habe dass er mir keine Methoden zur Stressbewältigung gezeigt hat, hat er mir ein Buch empfohlen bei dem es um Atem – und Achtsamkeitsübungen geht. Ein anderen Tipp war dass ich mich vom Druck befreien  soll und dabei arbeiten und was lernen soll statt nur arbeiten und arbeiten. Ich soll nicht ins Tun flüchten , das Beibehalten was ich gerade mache und geduldig sein.Wahrnehmen  und reflektieren was ich gelernt und erreicht habe und nicht pausenlos üben. Das ist ja alles schön gut aber ohne Anleitung wie ich diese Sachen im Alltag umsetzen kann bleibt es in meinen Augen nur eine Gesprächtstherapie und das macht mich traurig.

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