Gespräch mit Eltern über Hochzeitspläne

So die Aufgabe für diese Woche war dran. Eigentlich wollte ich  schon am Nachmittag das Gespräch führen, aber habe dass immer auf  später verschoben. Nachrichten angeschaut dann noch eine TV-Serie drangehängt. Es war schon abends und ich habe mir Stress gemacht wie ich das Gespräch anfangen soll. Ich habe mein schlaues Therapie-Arbeitsbuch  mit meinen Notizen rausgeholt, meine Stimmlage erhöht und mit dem Gespräch angefangen. Eigentlich war das Gesprächsstoff für 5 Minuten. Meine Mutter hat mich in eine Diskussion verwickelt so dass es 20 Minuten geworden sind, als ich das Gespräch beendet habe. Es war richtig anstregend und energieraubend. Ich habe immer das gleiche und gleiche sehr oft betont. Meine Wunsche und Erwartungen aus diesem Gesprächen waren, dass meine Eltern aufhören nach einer Frau für mich zu suchen und uberall zu erzählen dass Sie einen Sohn zum heiraten haben. Sie sollen außerdem Meine Entscheidung dass ich nicht heiraten möchte akzeptieren und respektieren. Die Gründe dafür haben ich Ihnen dabei erklärt diese sind 1.psychische Probleme, 2. Arbeitslosigkeit/kein Einkommen 3. fehlende Freundschaften/Kontakte 4.Wunsch  eigener Haushalt/Freiheit 5. fehlende Liebensbeziehung/Unerfahrenheit  6. Desinteresse an Hochzeit. Ich denke dass Sie das ganz gut verstehen  und nachvollziehen konnten. Meine Eltern haben ihre Position verteidigt. Einerseits dass Sie mich gar nicht zur Hochzeit drängen. Sie wollen halt dass ich eine Bekanntschaft mache und wenn die Frau mir gefällt kann ich sie ja heiraten. Die Entscheidung liege ja ganz bei mir. Sie finden es auch ganz normal für mich nach einer Frau zu suchen und unter den Leuten nachzufragen ohne mich darüber zu informieren. Das Hauptargument war dass sich die Eltern um Ihre Kinder sorgen und sich von dieser Last des Sorgens befreien möchten, in dem sie mich unter die Haube bringen. Das ist aber ihr Problem und ich muss nicht nur deshalb eine Frau heiraten. Am Ende des Gesprächs hatte ich immer noch keine Antwort auf meine Frage bekommen ob Sie meine Entscheidung akzeptieren und respektieren. Ich habe dann das Gespräch beendet. Dabei habe ich gesagt, dass ich mich nicht mehr mit diesem Thema beschäftige und auch nicht darüber diskutieren werde. Ich habe auch gesagt dass ich den Kontakt abbrechen werde, wenn das nicht aufhört. Ich hoffe dass ich selbstbewusst rübergekommen bin und meine Eltern verstanden haben, was ich will. Ich denke dass ich dann mal Ruhe habe mit dem Thema Hochzeitspläne.

Rollenspiel: Gespräch mit Eltern über Hochzeitspläne

Nach dem Ende der letzten Therapiestunde sollte ich mit ja überlegen wie ich meinen Eltern beibringe, dass Sie keine Frau zum heiraten für mich  suchen sollen. Zu Hause habe ich dann diese Aufgabe erledigt. In meinem Arbeitsbuch zur Therapie habe ich mir so ein Gespräch zwischen mir und meinen Eltern ausgedacht. Ich habe mir überlegt was ich sagen werde, wie ich argumentieren werden und wie meine Eltern antworten werden um mich umzustimmen. Dabei ist folgendes fiktives Gespräch rausgekommen:


 

Ich: Ich möchte mit euch über etwas wichtiges sprechen, habt ihr mal Zeit ?

Eltern: Ok, am Nachmittag beim Kaffeetrinken können wir das machen, wenn deine Mutter keine Hausarbeiten mehr zu erledigen hat.

Am Nachmittag:

Ich:  Wir haben uns hier am Tisch versammelt weil ich über eure Hochzeitspläne für mich sprechen möchte.

Eltern: Erzähl Mal, was willst du den besprechen?

Ich: Wisst ihr nochwie ihr mich letztes mal überredet habt diese Frau zu kontaktieren, die Nachbarin meines Patenonkels ist? Und wie ihr mich vorm Onkel und seiner Frau gezwungen habt zu sagen, dass ich heiraten möchte damit ich euch nicht enttäusche und Ihr blöd da steht? Jetzt hat mein Patenonkel vor einigen Monaten angerufen und kennt da eine Frau für mich zum heiraten und ihr möchtet dass ich im Sommer dort hingehe um Sie kennenzulernen. Ich will nicht heiraten. Ich mache eure Spielchen nicht mehr mit. Hört auf damit eine Frau für mich zu suchen und zu sagen, Ihr habt einen heiratswilligen Sohn . Versucht mich nicht nochmal dafür zu gewinnen, sonst werdet ihr einen anderen Sohn erleben.

Eltern: Mein Sohn warum sprichst du denn so ? Das Ziel des Menschen in seinem Leben ist es zu heiraten und eine Familie zu gründen. Alleine im Leben ist der Mensch ein Stumpf, ein nichts. Jeder braucht einen Partner der sich um dich sorgt. Kein Fremder wird sich umschauen und dir helfen wenn es dir schlecht geht. Denkst du nicht an uns ? Wir wollen Großeltern werden und Enkelkinder sehen, uns keine Sorgen machen müssen wenn wir aus der Welt gehen. Du willst doch im Grunde auch eine Frau haben. Komm doch zur Vernunft.

Ich: Ich verstehe, dass ihr sorgenfrei aus der Welt gehen möchtet und euch auch Enkelkinder wünscht. Ihr habt aber dabei nicht bedacht, dass für mich momentan andere Sachen wichtiger sind und ich nicht heiraten möchte. Akzeptiert meine Entscheidungen und versucht mich nicht mehr zur Hochzeit zu drängen. Ihr macht mich damit nur unglücklich.

Eltern: Tue das bitte nicht. Bring nicht Leid und Kummer über uns. Sei ein gutes Kind und höre auf uns. Es ist für dich das beste eine Frau zu heiraten. Es wird dir gefallen,gut tun und zu einem Mann machen. Wenn du uns liebst und dir etwas an uns liegt wirst du da hingehen und diese Frau kennenlernen. Deine Mutter hat Bluthochdruck. Dein Vater liebt dich so sehr, enttäusche ihn nicht. Du willst doch nicht dass uns etwas passiert?

Ich: In meinem ganzen Leben ging es darum eure Bedürfnisse zu erfüllen. Jetzt ist damit Schluss, ich kümmere mich jetzt ausschließlich um meine eigene Bedürfnisse. Es wird Zeit dass Ihr das mal kapiert. Hört auf mir die Schuld für eure negativen Gefühlen zu geben. Ich habe euch schon öfters gesagt, dass jeder Mensch für seine Gefühle verantwortlich ist. Ihr wollt das aber nicht verstehen. Ich will nicht heiraten und stehe dazu. Eure negative Gefühle, dürft ihr bei euch lassen. Das ist euer Problem. Wenn Ihr weiterhin darauf besteht mich zu verheiraten muss ich leider den Kontakt zu euch abbrechen um meine Ruhe zu haben. Bitte akzeptiert und respektiert meine Entscheidungen.


 

Dieses Gespräch habe ich dann mit meinem Therapeut geübt. Als erstes durfte ich die Eltern spielen und im 2- und 3- Durchlauf durfte ich mal  ich selbst sein. Der Therapeut hat noch ein paar Fragen eingebaut. Ich sollte mir dann auch überlegen, was für Dinge für mich wichtiger sind dass ich nicht heiraten möchte. Die habe ich dann zu Hause herausgearbeitet. Der Vorschlag meines Therapeuten war es auch noch das Gespräch einige male zu üben bevor ich es dann angehe. Der Tipp meinen Eltern noch einen Brief zu schreiben fand ich gut, denn man vergisst ja so vieles was gesagt wird. Wenn man das dann schriftlich hat, merkt man sich den Inhalt besser. So die Stunde war dann auch um. In der nächsten Stunde möchte ich  meine selbst gestellte Aufgabe ,den Rücktritt aus dem Schachverein offziell bekanntgeben mit ausführlichen Begründung meiner psychischen Problemen, üben. Mal sehen ob ich mir das traue und wie viel ich davon preisgebe oder eher an meinem Vermeidungsverhalten erliege ?

Anamnese und Erhebungsbogen

Diese Woche hatte ich die 2.Therapiestunde bei meinen neuen Therapeuten. Ich habe  einen 20 seitigen Erhebungsbogen zur Verhaltenstherapie bekommen den ich über das Wochenende ausfüllen werde. Nach einem ersten Blick muss ich da viele Angaben machen und ich werde damit mehrere Stunden  beschäftigt sein. Ich finde das gut, damit die  Therapie effizient ist und der Therapeut ein gutes Bild über die Problematik bekommt, so dass ich und der Therapeut von Anfang der Therapie wissen wo es lang geht un woran wir arbeiten müssen. Es ging dann weiter mit der Anamnese in Bezug auf mein Hauptproblem der sozialen Phobie. Nach dem ich in der letzten Stunde über diese Jungen gesprochen habe, der mich acht Klassen lang täglich bei jeder erdenklichen Möglichkeit  gemobbt hat und auch körperlich angegriffen hat, kam die Frage was ich machen würde wenn ich ihm wieder begegnet würde. Diese Frage konnte ich nicht pauschal beantworten, da ich denke dass es auf die Situation ankommt, meine Stimmung, dem Ort, ob wir alleine sind oder draussen in der Stadt. Auf jeden Fall kann ich nicht wirklich sagen wie ich auf solch eine Begegnung reagieren würde. Nach dem ich dann umgezogen bin und den Jungen nicht mehr gesehen habe, sind jetzt auch 16 Jahren vergangen und ich weiss auch nicht ob ich ihn erkennen würde.

Danach ging es mit Fragen zu meinen Eltern und Geschwister weiter sowie Großeltern und Verwandten.Außerdem habe ich meinen Alltag kurz beschrieben mit dem Kurs, Sport treiben und TV schauen. Ich habe dann über meine Eltern gesprochen, wo Sie gearbeitet haben und was sie jetzt so machen. Über mein Verhältnis zu meinen Bruder habe ich auch gesprochen und was er so macht. Kontakt zu Großeltern und Verwandten habe ich auch nicht wirklich. Mal hin und wieder trifft man sich kurz aber nichts besonderes. Über das soziale Umfeld meiner Eltern habe ich auch gesprochen und dass Sie privat auch nichts unternehmen und weg gehen zu Konzerten, Essen gehen oder Partys. Sie sind Familienmenschen die sich mit der Arbeit, Familie und Haushalt beschäftigen und wenig  Zeit für private Unternehmungen und soziale Kontakte aufbringen.

Über das Thema meiner Eltern sind wir dann zum Thema der Familienplanung gekommen. Dieses Thema beschäftigt mich momentan nicht. Ich möchte mich zum passenden Zeitpunkt damit auseinandersetzen. Momentan sind andere Sachen wichtiger für mich. Aber meinen Eltern kratzt es  juckt es und Sie wollen dass ich heirate und Kinder bekomme, damit Sie Großeltern werden und ich versorgt bin. Sie sind auch am Fragen und Suchen nach einer Frau für mich schon seit letztem Jahr. Mein Patenonkel hat jetzt auch ein weitere Frau gefunden, die ich im Sommer im Urlaub kennenlernen soll, nach dem es letztes Jahr mit der andere Frau nichts geworden ist. Dies setzt mich enorm unter Druck und bis zum Sommer möchte ich was tun um dem zuvor zu kommen in dem ich mir zuvor eine Freundin zulege. Mein Therapeut hat mich dazu gefragt ob ich es schon mit Singlebörsen versucht habe. Ich habe das nicht ernsthaft versucht, da es einerseits von Fakeaccounts wimmelt und ich auch ein Selbstwertproblem habe und mich dabei selbst abblocke. Der Rat des Therapeuten war da nicht lange rumzuschreiben, sondern recht schnell nach einen Date auf neutralen, öffentlichen Ort zu fragen um dann herauszufinden ob es miteinander passt und den anderen auch in Person zu sehen. Das waren dann auch die wichtigsten Punkte die wir besprochen haben, ich habe einen neuen Termin ausgemacht und mich verabschiedet.

2.1 Von der Geburt bis zum Kindergarten (1981-1986)

Ich wurde am 10.Juni 1981 geboren, mein Gewicht war 3660 Gramm und ich war 52cm lang. Ich bin eine Spätgeburt da ich ca. 2 Wochen früher hätte geboren werden müssen, jedoch wollte ich im Mutterleib bleiben, so dass man mich dazu zwingen musste rauszukommen. Ich habe einen 1 Jahr älterer Bruder und bin der „kleine“ der Familie. 6 Wochen später wurde ich getauft. Mein Erstes Lebensjahr habe ich bei meinen Großeltern verbracht. Ich wurde von meinen Eltern getrennt weit weg, da meine Großeltern darauf bestanden haben mich großzuziehen und meine Eltern dem zugestimmt haben. Nach 1 Jahr war ich wieder bei meinen Eltern und meinem Bruder. Ich war ein pflegeleichter Säugling. Ich hab immer mein Essen aufgegessen aber war auch anspruchsvoll, habe gleich geschrien wenn ich z.B. meine Milch nicht bekomme habe wenn ich Durst hatte. Mit 3 Jahren bin ich in den Kindergarten gekommen und ich habe dort andere Kinder kennengelernt. Ich habe mir im Kindergarten von anderen Kindern nichts sagen lassen. Wenn mir etwas nicht gepasst hat habe ich es gesagt und es auch gezeigt. Ich war ein ganz normaler Junge wie alle anderen. Gegenüber den Erziehern war ich wie es meine Eltern mir beigebracht haben, stets höflich,respektvoll und gehorsam.Mit 6 Jahren habe ich den Kindergarten verlassen. In den Sommerferien hat das Schicksal für mich entschieden. In diesen Sommer hatte ich richtige Angst dass meine Eltern mich verlassen wollten und mich bei den Großeltern lassen wollten, damit sie sich nur um 1 Kind kümmern müssen und somit beide zur Arbeit gehen können.

Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, es war in der Tat so. Jedes mal wenn meine Eltern ausgehen wollten und mich bei den Großeltern gelassen haben,habe ich nach meinen Eltern geschrien.An einem heißen Sommertag habe ich mit anderen Kindern gespielt. Ich stand auf einer Treppe, und war am Überlegen ob ich die Stufen doppelt nehmen soll oder einfach. Ich hab bestimmt 1 Minute lang  oder so überlegt.

Dann habe ich mich entschlossen die Stufen doppelt zu nehmen und bin nach vorne gesprungen. Ich bin so blöd gefallen dass ich aus 20 cm Höhe mir die Hand gebrochen habe, unglaublich oder ? In dem Moment habe ich mich wohl entschieden dass ich bei meinen Eltern bleiben möchte. Nach dem ich mir die Hand gebrochen habe,konnten mich meine Eltern nicht bei den Großeltern lassen und sie haben mich mitgenommen, stattdessen musste mein älterer Bruder bei den Großeltern bleiben.